Die 5A und die 5B TFO besuchen Dachau
Am 26. März besuchen die 5A und die 5B TFO die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Jana Mayr aus der 5A TFO beschreibt Ihre Eindrücke wie folgt:
Eine Reise in die Vergangenheit
Etwas Heiterkeit an diesem trüben Tag Ende März konnte ich beim Aussteigen aus dem Reisebus noch verspüren, die unzähligen Schüler verschiedener Nationalitäten, die sich auf dem Platz tummelten, vermittelten mir das Gefühl eines ganz normalen Schulausflugs.
Als Erstes wurden wir in ein Gebäude geführt – jenes, in das die Menschen direkt nach ihrer Ankunft gebracht wurden. Die Wände waren karg und grau. In diesem Raum verloren sie alles, was sie besaßen: Sie mussten sich ausziehen, wurden rasiert, enteignet, tätowiert. Spätestens hier hatten Namen keine Bedeutung mehr. Man war keine Person, kein Individuum – nur noch eine Zahl.
Es ist wohl das seltsamste Gefühl, das ich je hatte, als wir zusammen mit unserem Guide über den Weg schritten, neben dem man noch Baracken erahnen konnte, in denen einst je 2000 Menschen eingepfercht waren. Ein derartiges Verbrechen gegen die Menschheit konnte man sich nicht vorstellen, geschweige denn begreifen. Auf seine ganz persönliche Art und Weise schilderte uns der Guide die damalige Geschichte, die sich auf diesem Grund und Boden abspielte. Um uns die Möglichkeit zu geben, die Vergangenheit nicht nur als anonyme Masse zu begreifen, erzählte er uns die Geschichten einzelner Menschen. Durch diese individuellen Einblicke wurde das Unfassbare greifbarer, das Leid persönlicher, die Tragödie noch beklemmender.
Wir betraten die Desinfektionskammer, einen kalten, trostlosen Raum, der nur eine Vorstufe dessen war, was danach folgte. Der Umkleideraum, wo Menschen ihre letzte Kleidung ablegten, mit der Illusion, eine Dusche zu nehmen. Und dann die Gaskammer. Unsere Schritte hallten auf dem Betonboden wieder, die Decke tief, die Wände erdrückend. Draußen hingen Bilder. Bilder, die ich besser nicht gesehen hätte. Haufen lebloser Körper, übereinander geschichtet, vor einem Gebäude, das nur noch als stummer Zeuge des Grauens stand. Ein Massengrab aus Menschen, ohne Namen, ohne Geschichten, ohne Zukunft.
Abschließend traten wir der gewaltigen schwarzen Skulptur gegenüber, an der wir vorher schon vorbei gegangen waren. Eine Skulptur aus verzerrten, dürren Menschen, deren Gliedmaßen in Stacheldraht übergingen, ineinander verwoben, mehr tot als lebendig. Ein Mahnmal des Grauens.
Niemals wieder.